Der Student im universitären Wandel
An deutschen Hochschulen steigt die Zahl der Projekte zur Einführung von E-Learning und zur Integration neuer Medien in die klassische Lehre seit Jahren rapide an. Innerhalb dieser Projekte entwickeln Lehrpersonen dabei Rahmenbedingungen, die oftmals nur auf Ihre Erfahrungen hin und nur für Ihre Seminare gelten. Ein langfristiger Veränderungsprozess bleibt somit aus.
Dies begründet sich häufig auch in der fehlenden Einbindung der Studierenden in die Projekte. Der moderne Student wird als medienaffin angesehen und somit wird eine Medienkompetenz vorausgesetzt, die nicht zwangsläufig gegeben ist, denn Medinaffinität ist keineswegs mit Medienkompetenz gleichzusetzen. Die Medienkompetenz gliedert sich in verschiedene Kompetenzbereiche, bei denen es gilt, jeden einzelnen Bereich zu erlernen, um so die gewünschte Expertise zu entwickeln. Auch und insbesondere für die Anwendung von E-Learning Tools und einer kompletten Infrastruktur gilt es Kompetenzen zu entwickeln. Im Rahmen von E-Learning Projekten an Hochschulen ist es damit umso wichtiger, dass sowohl Lehrende, als auch Lernende die gemeinsame Richtung definieren.
Im breiten Maße nutzen die Studierenden an den deutschen Hochschulen heutzutage die E-Learning Möglichkeiten lediglich als Dokumentenbasis – zusätzliche Vorlesungs- oder Seminarunterlagen werden geladen und lokal für die persönliche Nachbereitung gespeichert. Die Technologie bietet aber wesentlich mehr und auch die Weiterentwicklung der Didaktik der computerunterstützten Lehre hat in den letzten Jahren viele Errungenschaften gebracht. Jetzt gilt es den „Netaffine Student“ in die Prozesse einzubinden und „e-Learning affine“ zu machen, um so die Akzeptanz als auch die Medienkompetenz zu stärken.
Als geeignet erweist sich hier eine „bottom up“ Strategie, die die Studierenden von Beginn an in die neuen Prozesse einbindet. So können Studierende z.B. im Rahmen von Peer Teaching-Aktivitäten andere Studierende unterrichten. Dabei lernen sie den richtigen Einsatz der jeweiligen Tools und reflektieren gleichzeitig über die im Anwendungsfall geforderte didaktische Aufbereitung.
Durch die Erprobung der einzelnen Lehrmodule aus den E-Learning Projekten entsteht bei den Studierenden der Wunsch nach einer flächendeckenden Verbreitung der neuen Technologie in andere Bereiche und Fächer. Die Studierenden wirken demnach nachhaltig als Motor, um die Motivation bei den Lehrenden zur Schaffung solcher Angebote zu stärken.
